Wie können Ressourcen langfristig im Kreislauf gehalten werden? Welche Rolle spielen Materialqualität, Produktdaten und Circular Design für die Entwicklung zirkulärer Produkte und Bauwerke? Und wie lassen sich entsprechende Lösungen wirtschaftlich erfolgreich in die Anwendung bringen?
Mit diesen Fragestellungen beschäftigte sich der STEEL.DAY. Gemeinsam mit ArcelorMittal Steligence® und Welser Profile brachte ZINQ über 100 Vertreter aus Industrie, Bauwirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um konkrete Lösungen für mehr Zirkularität in Bau und Industrie zu diskutieren.
Die Veranstaltung wurde von NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach eröffnet, die in ihrer Keynote deutlich machte, welche Bedeutung das Thema hat: „Zirkularität ist kein Nischenthema.“ Circular Economy ist ein entscheidender Baustein für Ressourcensicherung, resiliente Wertschöpfungsketten und die Wettbewerbsfähigkeit von Bau und Industrie.
Zirkularität gelingt nur gemeinsam
Eine funktionierende Circular Economy erfordert das Zusammenspiel aller Beteiligten – von der Materialherstellung über Produktentwicklung, Planung und Bau bis hin zu Nutzung und Wiederverwendung. Kooperation entlang der Wertschöpfungskette war deshalb ein zentrales Thema beim STEEL.DAY. „Kreislaufwirtschaft gelingt nicht allein. Die entscheidende Aufgabe ist jetzt, erfolgreiche Ansätze gemeinsam aus der Nische in die Breite zu tragen und Zirkularität zum Standard in Bau und Industrie zu machen“, betonte Lars Baumgürtel, geschäftsführender Gesellschafter der ZINQ Gruppe.
Zirkularität beginnt mit dem Produktdesign
Für Prof. Dr. Michael Braungart beginnt Circular Economy nicht beim Recycling, sondern beim Design: „Produkte müssen so designt werden, dass sie ihren Wert und ihre Qualität dauerhaft erhalten und immer wieder in neue Nutzungen übergehen können. Stahl bietet hier besondere Qualitäten: Als technischer Nährstoff lässt er sich hochwertig und nahezu unbegrenzt nutzen. Zirkuläre und materialgesunde Oberflächen sind dabei entscheidend, damit seine Qualität erhalten bleibt und er immer wieder Teil neuer Anwendungen werden kann.“
Was dieses Umdenken für das Bauwesen bedeutet, zeigte Roland Bechmann von Werner Sobek
in seinem Vortrag. Er machte deutlich, wie sich vorhandene Baustoffe materialgerecht einsetzen lassen, um Ressourcen zu schonen und Bauwerke so zu planen, dass sie langfristig genutzt und ihre Bauteile wiederverwendet werden können. „Die Transformation zu einer emissionsarmen Bauwirtschaft erfordert den materialgerechten Einsatz vorhandener Baustoffe. Stahl kann dabei zum Enabler werden: für leichte, ressourceneffiziente Tragwerke, zirkuläre Materialkonzepte, wiederverwendbare Bauteile und eine optimierte Emissionsbilanz“, so Bechmann.
Von der Idee in die Praxis
Damit die Materialien in Bauwerken und Produkten später wiederverwendet werden können, braucht es eine gemeinsame Datengrundlage. Christian Donath, ECO Platform AISBL, erläuterte, welche Bedeutung standardisierte Produktinformationen, Umweltproduktdeklarationen (EPDs) und Digitale Produktpässe für Transparenz und Vergleichbarkeit haben.
Dass diese Ansätze bereits heute funktionieren, zeigten die anschießenden Praxisbeispiele. Oliver Wittke, Vorstandssprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), machte deutlich, welche Rolle die öffentliche Beschaffung dabei spielen kann. Statt konkrete Wege vorzugeben, formulierte der VRR in der Vergabe das Ziel, Mobilität für 30 Jahre sicherzustellen. Das eröffnete neue Lösungswege und führte zu Zügen mit einer deutlich längeren Lebensdauer.
Welches Potenzial in einer ganzheitlichen Planung steckt, verdeutlichte Prof. Dr. Olivier Vassart, CEO von ArcelorMittal Steligence®, am Beispiel des neuen ArcelorMittal Headquarters in Luxemburg. Das Gebäude steht für einen ganzheitlichen Planungsansatz, der Materialwahl, Konstruktion und Nachhaltigkeit zusammenführt und die Möglichkeiten moderner Stahlbauweisen für eine ressourcenschonende und zirkuläre Bauwirtschaft veranschaulicht.
Rahmenbedingungen für die Circular Economy
Wie sich zirkuläre Lösungen in die Breite tragen lassen, war Thema des Abschlusspanels. Diskutiert wurden die dafür notwendigen Voraussetzungen: Transparenz über die ökologische Qualität von Produkten in Digital Zirkulären Produktpässen, politischen Rahmenbedingungen wie die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) und zirkuläre Leitmärkte. „Die Circular Economy kann nur erfolgreich sein, wenn hochwertige zirkuläre Produkte auch einen Markt finden. Neben Innovationen braucht es dafür die richtigen Anreize, wie die Berücksichtigung zirkulärer Qualität in der öffentlichen Vergabe und den Aufbau zirkulärer Leitmärkte“, so Baumgürtel.
Die Veranstaltung hat gezeigt: Die Potenziale für eine funktionierende Circular Economy sind vorhanden. Jetzt kommt es darauf an, vorhandene Lösungen konsequent in die Anwendung zu bringen.
Mit dem STEEL.DAY haben ZINQ, ArcelorMittal Steligence® und Welser Profile eine Plattform für den Austausch entlang der Wertschöpfungskette geschaffen. Diesen Dialog wollen die Partner auch über die Veranstaltung hinaus fortsetzen und gemeinsam weitere Impulse für mehr Zirkularität in Bau und Industrie setzen.
Weitere Informationen zum STEEL.DAY finden Sie unter www.steelday.de











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