07.02.2020

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Verkehrsrückhaltesysteme: microZINQ im zehnjährigen Praxistest

Kostenintensive Investitionen oder aufwändige Reparaturen müssen nicht sein – mit dem  Stückverzinken gibt es ein sehr wirksames Verfahren, um Stahl über Jahrzehnte vor Korrosion zu schützen.  Anwender aus dem Bereich Automotive konnten das Verfahren aber nicht einsetzen, da es trotz überlegener Korrosionsschutzeigenschaften den Anforderungen in anderen funktionalen Bereichen nicht entsprach. Dazu gehören u. a. Duktilität, Gewicht oder Umformbarkeit. Aus einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt mit einem Automobilhersteller ging schließlich das Dünnschicht-Stückverzinkungsverfahren microZINQ hervor, dass zur Serienreife gebracht und 2004 in den Markt eingeführt wurde. Die Einführung in den Gesamtmarkt der metallverarbeitenden Industrie erfolgte mit der Kapazitätsausweitung 2015 am microZINQ-Standort Hagen (u. a. mit der Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen sowie die Europäische Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Sicherung in Höhe von ca. 1,7 Millionen Euro). Die bei den bisherigen Anwendungen bereits bekannte sehr hohe Widerstandsfähigkeit der Zink-Aluminiumschicht (Zn5Al), konnte nun auch durch einen Langzeittest mit Stahlschutzplanken einmal mehr bestätigt werden. 

Im Mai 2009 wurde eine circa 150 Meter lange Teststrecke auf der BAB48 mit einem microZINQ-verzinkten Rückhaltesystem ausgestattet, seitdem wurden die Bauteile regelmäßig kontrolliert. Nach 10 Jahren im Praxistest unter den gängigen Beanspruchungen wie Steinschlag und Streusalzbeaufschlagung konnte im Frühjahr 2019 folgendes Zwischenfazit festgestellt werden:

  • Mit Blick auf das allgemeine optische Erscheinungsbild weisen alle Bauteile genau wie in den Jahren zuvor eine gleichmäßig matt-hellgraue Erscheinung auf. 
  • Auf der gesamten Strecke sind alle Komponenten in einem sehr guten Zustand.
  • Es liegen keine rotrostigen Stellen vor.
  • Die Zinkschicht überzieht sämtliche Kanten und ist unbeschädigt. 
  • Über die zehn Jahre ist kein Zinkabtrag feststellbar. Die (vermeintlich) ermittelte Zunahme der Zinkschichtdicke von im Mittel 1,3 µm ist erklärbar vor dem Hintergrund sich bildender Reaktions- und Ablagerungsprodukte.

 

„Unser Ergebnis deckt sich vollständig mit den Erkenntnissen aus einer Langzeituntersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen, bei der bandverzinktes Material mit Zink- und Zn5Al-Überzügen untersucht wurden. Die Überzüge verhalten sich gleich, unabhängig vom Verzinkungsverfahren. Jedoch bietet die Stückverzinkung den Vorteil des vollständig geschlossenen Zinküberzugs, im Gegensatz zur Bandverzinkung, bei der fertigungsbedingt unverzinkte Schnitt- und Stanzkanten vorliegen“, so Dr. Thomas Pinger, Leiter Forschung und Entwicklung bei ZINQ.

„Im Hinblick auf die dringend erforderlichen Investitionen in die Infrastruktur, bei der gemäß des aktuellen Entwurfs des Klimaschutzgesetzes der Bundesregierung die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion übernehmen soll und die Umweltwirkung über die gesamte Nutzungsdauer eine mitentscheidende Rolle einnehmen wird, bietet microZINQ somit eine hervorragende und im Langzeittest nachgewiesene Lösung für den Korrosionsschutz von Stahlteilen auf und entlang der Straße.“ 

Den vollständigen Fachartikel „Langzeiterfahrung mit Dünnschicht-stückverzinkten Verkehrsrückhaltesystemen im Realversuch“ von Dr. Thomas Pinger finden Sie hier.